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Bootsurlaub Bötchen fahren auf der MeckPom-Platte

Nun geht es endlich auf Tour

Hallo Freunde,

heute morgen war es endlich soweit, der Sturm hat in der Nacht nachgelassen, so dass wir das Boot klar zum Auslaufen machen konnten. Davor gab es natürlich noch einige elementare Entscheidungen zu treffen und sich auf die Fahrt vorzubereiten. Ganz so wie mein Bootstrainer es empfohlen und eingebläut hat.

Die erste Entscheidung wurde noch am Vorabend getroffen: wir werden nicht bis zum Plauer See fahren, sondern direkt über die Müritz bis nach Röbel und von dort nach Rechin in die Kleine Müritz.

Natürlich habe ich dann am Morgen entschieden, dass wir erst einmal ein kleinen Abstecher in den Kölpinsee machen. Dauert vielleicht eine halbe Stunde und es ist eine gute Übung erst einen etwas kleineren See anzusteuern.

Also für Punkt 9:30 war die Ablegen der „Lise“ aus dem Yachthafen Eldenburg angesagt. Als erstes wurde vorher noch die genaue Route in der Karte angesehen und die Gefahrenstellen inspiziert. Auch habe ich mich natürlich über den Wasserstraßenverlauf und die Betonung informiert. Danach wurde Brigitte eingewiesen, was wie zu tun ist um Missverständnisse zu vermeiden und die Manöver ordentlich durchzuführen. Danach habe ich die starke Sturmvertauung gelöst, bis nur noch eine Leine übrig war. Für diese war dann Brigitte verantwortlich und musste unsere „Lise“ noch bis zur Abfahrt auf Position halten. Wäre schließlich ungünstig noch im Heimathafen eine nebenliegende Yacht zu rammen.

Also ging es dann so ungefähr Punktgenau um 9:30 los. Maschine starten – geiler Sound. Brigitte informiert – jetzt gehts los, und los ging es: das Manöver auslaufen im engen Hafenbecken über Backbord hat reibungslos geklappt. Die ersten Meter waren eine völlige Herumkurbelei am Ruder. Aber bei langsamer Fahrt ging es dann Richtung Westen zum Kölpinsee. Hierbei handelt es sich um eine etwas engere Wasserstraße die Müritz und den Kölpinsee verbinden. Zwischendrin hatten wir Gegenverkehr, aber auch dieses wurde mit etwas mehr Kurbelei als nötig gemeistert und wir haben sicher den Kölpinsee erreicht. Ola die Waldfee, da merkte man schon, dass es noch recht windig war und Windstärke 3 mächtig Wellen machen kann – gut wahrscheinlich bin ich als Anfänger etwas empfindlich was das angeht. Aber es war ein Vorgeschmack auf die Müritz.

Also ging es nach einem kurzen Abstecher wieder zurück über den Kanal am Yachthafen Eldenburg vorbei unter die erste enge Brücke durch gen Osten zur Müritz. So langsam kam auch das Gefühl für die Ruderei, alles läuft mit etwas Verzögerung und nicht so direkt wie beim Auto. Wahrscheinlich werde ich hiernach den Blog „Autofahren im Ruderstil eines Bootes“ scheiben. OK das wird dann wohl richtig spannend, wenn dann halt mal sehr gemächlich die Steuerung betätig wird. Aber Schluß jetzt mit den Abweichungen vom Thema.

Die Müritz wurde sicher erreicht, ohne jemanden zu behindern, ohne wirkliches Gefahren produziert zu haben. Also völlig entspannt. Das große Gewässer flößte schon gehörig Respekt ein. Dann ging es mit „Lise“ Richtung Süden nach Röbel zu unserem ersten Stop und Besichtigungstour. Natürlich haben wir uns erst einmal orientiert und sind brav der Betonung folgend in die Bucht von Röbel eingefahren. Zwischendurch haben wir dann mal eine Abstecher zum Fotoshooting nach Schloss Klink gemacht. Das Motiv war Schloss Klink vom Boot aus. Unterwegs habe ich dann auch immer mehr Gefühl für die Steuerung bekommen. Nach gut 1 1/2 Stunde hat Brigitte das Ruder übernommen und „Lise“ bis kurz vor Röbel gebracht. Hier war natürlich mehr los als auf der Müritz und es galt die gelernten Vorfahrtsregel zu beachten und die Segler nicht zu überfahren und die Kanuten leben zu lassen.

Im Hafenbecken von Röbel galt es dann ein schönes Plätzchen zum Anlegen zu finden Brigitte wurde an die Leinen geschickt und musste einweisen. Gottseidank war nicht viel los im Hafen und ich konnte mir eine leere Doppelbox zum Rückwärtsanlegen aussuchen. Was soll ich sagen: beim ersten Mal habe ich „Lise“ sauber in die Box hereinbuchsiert, trotz eines immer noch lebhaften Wind.  Für alle die nun schon dachten es wäre wieder spannend geworden – Nein, es hat gut geklappt – ich hatte ja Platz ohne Ende – Smile. Ich gebe aber auch zu, dass ich dieses Mal nicht die sportliche Version ohne Bug- und Heckstrahlruder gewählt habe. Sondern ich habe alle Hilfsmittel genutzt und vorher bewußt auch mal im freien Wasser geübt. Also gibt es für mich heute Abend die für Hilfe eingeplante Flasche Bier on Top.

Röbel selber ist eine von diesen typischen Städten im Osten, vieles ist schon wieder aufgebaut aber es gibt immer noch Gegenden die eine Aussenstelle des Deutschen Museums sein könnten. Einmal den Ort rauf und runter hat gereicht, ne Windmühle besichtigt; im Supermarkt mit ner netten Flasche Wein eingedeckt und die Tüte Chips nicht vergessen. Für Brigitte gab es noch Obst. Da wir pünktlich zur Mittagszeit angekommen sind und Brigitte direkt die Backfischbude auf dem Wasser entdeckt hatte gab es leckeren frischen Backfisch mit leckeren Pommes. War wirklich gut. Hat lange gedauert und war voll. Scheint also ein Geheimtipp zu sein.

Nach dem Essen Ablegen wie beschrieben – problemlos geklappt und dann wieder auf die Müritz um den Weg nach Rechlin zu finden. Hier war in der Karte ein gefährlicher Bereich mit Steinen eingezeichnet und man sollte tunlichst nicht die Abkürzung nehmen und wirklich die Leuchttonne „Baben Schwerin“ nördlich umfahren. Bei der Suche nach der Tonne habe ich leider nicht so weit nach links geschaut wie erforderlich und daher die falsche Tonne an versiert und damit dann doch fast unabsichtlich die Abkürzung genommen. Mich wunderte zwischendrin, dass mein Echolot (das ist ein Tiefenmesser) immer weniger Wassertiefe anzeigte. Irgendwann sah ich dann die Leuchttonne an Backbord so dass ich noch gut ausweichen und den richtigen Kurs nehmen konnte.

Das war aber schon das Spannendste heute. Brigitte hat dann wieder das Ruder übernommen und ich konnte etwas entspannter in der Gegend herumschauen. Kurz vor Rechlin wurden dann wieder auf Gefahren hingewiesen und der Schiffsverkehr wurde auch wieder mehr. Da habe ich dann übernommen und ohne wirkliche Probleme brav der Betonnung folgend unser heutiges Ziel, den Yachthafen von Rechin angesteuert. Dieses Mal hieß es seitliches Anlegen. Hatte ich ja in den Vorbereitungen und in der Prüfung schon gemacht. Also mit spitzem Winkel auf den Steg zu, auskuppeln, Ruder zur See, aufstoppen, sitzt. Brigitte ist nun schon langsam fit im Anlegen. Vertauen, zum Hafenmeister, zahlen, Sonne genießen. Für die Freunde der spannenden Anlegemanöver – Sorry gab nix zu meckern.

Leider haben wir aber festgestellt, dass nun der Wind und die Wellen unsere „Lise“ in schaukeln versetzte. Ist ja doch immer noch lebhafter Wind. Nach einer kleinen Radtour nach Rechlin Nord haben wir uns dann mit Zustimmung von Hafenmeister entschieden das Boot in eine Parkbucht hinter dem Betonsteg umzuparken. Also wieder Ablegen und ab auf die andere Seite zum rückwärts einparken. Dieses Mal ohne komfortabler unbelegter Doppelbox. Auf dem 2. Stellplatz stand noch ein kleines Sportboot. Also langsam anfahren, aufstoppen, Ruder nach Steuerbord legen, Leerlauf, „Lise“ wie sie soll mit dem Heck zur Parkbucht. Joker ziehen und mit dem Heckstrahlruder aufstoppen (der Wind drückt doch noch), Ruder gerade legen, langsame Fahrt rückwärts, kurze Korrektur mit dem Bugstrahlruder, weiter rückwärts, kurz Heckstrahlruder, weiter Rückwärts, nochmal mit dem Bugstrahlruder den Kurs anpassen, Maschine aufstoppen – fertig. Vertauen, dieses mal hat man sich wie, normalerweise im Hafen geholfen und Leinen angenommen und alles leichter passend gemacht. Aber nichts desto trotz auch das dritte Anlegemanöver sauber ausgeführt. Nichts zu meckern.

Danach einem anderen Kollegen geholfen, er hatte sich gerade einen 31 Jahre jungen Verdränger gekauft und hat seit 9 Schleusen nur eine von 2 Maschine in Betrieb, bei der Anderen ist der Zahnriemen gerissen. Also steuert das Boot stark zu einer Seite. Aber der Junge war recht erfahren und hat trotz diesem Handicap die Yacht recht gut in die richtige Richtung bewegt, so dass wir sie in die Bucht hineinziehen könnten. Danach noch einen Schwatz übers Bootfahren und Yachten gehalten.

Das war es dann. Es ist nun halb elf abends und Deutschland scheint gerade das Spiel zu verlieren, zu mindestens sind unsere Nachbarn am Fluchen wie die Rohrspatzen, leider nicht auf Französisch. Morgen werden wir Richtung Mirow fahren, dort erwartet uns unsere erste Schleuse. Wenn alles glatt geht berichte ich morgen Abend.

Bis dahin viele Grüße

Brigitte und Frank